Dufte
Ein Hauch von Regen auf Asphalt,
das frische Moos im nahen Wald.
Ein Brot, das noch im Ofen bäckt,
und Appetitknospen aufweckt.
Der Duft von Kaffee, stark und frisch,
zieht wie ein Magnet mich an den Tisch.
Gerüche sind wie leise Lieder,
sie kommen heimlich, gehen wieder.
Doch jetzt, wo ich darüber grüble,
da fällt mir ein: es gibt auch üble.
Nicht jeden Duft genießt man sehr,
bei manchen fällt das Atmen schwer.
Den Turnschuh-Dunst vom Tag davor,
erträgt man auch nicht mit Humor.
Ne Steigerung: Chanel mit Schweiß-
schon beim Gedanken wird mir heiß.
Im Bus, ein Mix aus Appetit und Durst,
aus Deo, Schnaps und Leberwurst.
Oder wie wär ein Hauch von nassem Hund,
und Knoblauchduft aus Nachbars Mund?
Man sieht, ein Duft ob wild ob fein,
kann Fluch aber auch Segen sein.